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Spurensuche

Auf den Spuren von…
Else Lasker-Schüler und Oskar Schlemmer

Ein interaktiver Stadtplan für eine Spurensuche durch die Elberfelder Innenstadt und das Von der Heydt-Museum: ab sofort im Foyer des Museums oder direkt hier zum Download.

Wer waren Else Lasker-Schüler und Oskar Schlemmer und wo finden sich ihre Spuren in Wuppertal?

Intuitiv gelangt man zu ausgewählten Orten, die mit der Künstlerin oder dem Künstler in Verbindung stehen – es gibt keine festgelegte Reihenfolge. Farbige Markierungen verweisen auf multimediale Inhalte.

Um den Stadtplan in vollem Umfang nutzen zu können, wird ein Smartphone (oder ein vergleichbares mobiles Endgerät) mit QR-Scanner empfohlen.

Oskar Schlemmer


Hugo Erfurth, Oskar Schlemmer, 1920, Museum Folkwang, Essen.

Oskar Schlemmer – Bauhaus-Lehrer, Bühnenmeister, Figurenmaler – wurde 1888 in Stuttgart geboren und studierte u. a. an der Akademie für Bildende Künste in Stuttgart. Dort lernte er Willi Baumeister kennen, mit dem er in den 1910er-Jahren in Köln, Stuttgart und Berlin seine Werke ausstellte. Im Herbst 1920 heiratete er Helena Tutein, die in der Folge Tut Schlemmer genannt wurde. Bereits im Jahr 1919 besuchte Schlemmer zum ersten Mal das neu gegründete Bauhaus in Weimar und traf dort auch Else Lasker-Schüler. An der progressiven Kunstschule in Weimar und Dessau unterrichtete er zwischen 1920 und 1929 zunächst in der Werkstatt für Wandbildmalerei, später Holz- und Steinbildhauerei, bevor er in Dessau die Bauhausbühne leitete. In dieser Zeit realisierte Schlemmer die Kostüme und Bühnenbilder für sein berühmtes „Triadisches Ballett“, das 1922 in Stuttgart uraufgeführt wurde. Nach seiner Bauhaus-Zeit lehrte er in Breslau und Berlin, bevor er unter den Nationalsozialisten zunehmend geächtet und verfemt wurde. Schlemmer verlor seine Lehrerlaubnis, 1937 wurden einige seiner Kunstwerke in der Ausstellung der „Entarteten Kunst“ in München gezeigt.

In dieser schwierigen Zeit kam er über den Wuppertaler Architekten Heinz Rasch mit dem hiesigen Lackfabrikanten Kurt Herberts in Kontakt, der ihn als Maler nach Wuppertal holte. Hier experimentierte Schlemmer am Maltechnikum mit Lack und entwarf u. a. seine Lackschränke und das berühmte Lackkabinett. Seine letzte Werkserie, die Fensterbilder, in denen er wieder kubistische Formen aufnahm, entstand ebenfalls in Wuppertal. Schlemmer starb schließlich 1943 in Baden-Baden.

Wer war Oskar Schlemmer? Einführung der Kuratorin Dr. Beate Eickhoff

Der Wuppertaler Arbeitskreis

Der „Wuppertaler Arbeitskreis“ bestand aus den Künstlern Oskar Schlemmer, Willi Baumeister und Franz Krause, die von dem Wuppertaler Lackfabrikanten Kurt Herberts zwischen 1937 und 1943 angestellt wurden. Die Künstler waren zuvor von den Nationalsozialisten wegen ihrer progressiven Kunst geächtet und aus ihren Lehrberufen entlassen worden. Kurt Herberts holte diese modernen Künstler nach Wuppertal und förderte sie durch Aufträge zu Kunstwerken für die Lackfabrik oder zu material- und maltechnischen Experimenten. Andere beteiligte Künstler waren z. B. Georg Muche aus Krefeld, der Wuppertaler Architekt Heinz Rasch und Maler Ernst Oberhoff.

Metallisches Fest

Die Bauhausfeste waren legendär. Als Festgestalter gab Oskar Schlemmer jedem Fest ein individuelles Motto. Am Bauhaus dienten diese Feste zum Ausdruck von Lebensfreude, zum Teambuilding und auch zum experimentellen Spiel mit Material, Farben und Formen.

Oskar Schlemmers „Metallisches Fest“ fand 1929 statt und wurde von Tänzen und Bewegung begleitet. Dazu sollten sich die Besucher*innen mit Blech verkleiden und Schraubenschlüssel und Dosenöffner halten. Alles sollte glänzen und bleierne Geräusche von sich geben. Über eine metallene Rampe rutschten die Teilnehmenden und tanzten zu den Klängen des Metalls. Kein Wunder, dass diese Veranstaltungen nicht bei jedem Weimarer gut ankamen.

Oskar Schlemmer schrieb 1928 ein Gedicht zu seinem „Metallischen Fest“.


Oskar Schlemmers „Metallisches Fest“, 1928
Gesprochen von Andreas M. Wiese

Maltechnikum

Der Wuppertaler Lackfabrikant Kurt Herberts mietete Ende der 1930er-Jahre am Döppersberg 24 ein Haus an, in dem das Maltechnikum eingerichtet wurde. Dort führten die Künstler des „Wuppertaler Arbeitskreises“ mal- und materialtechnische Experimente mit Lack durch und sammelten ihre Kunstwerke wie Lacktafeln oder Lackschränke. Oskar Schlemmer setzte sich intensiv mit dem Thema Lack auseinander. Ein Hauptwerk seiner Experimente mit dem Malstoff sind die Entwürfe für ein Lackkabinett, das in einem Raum am Döppersberg realisiert werden sollte. Dabei handelt es sich um einen Musterraum, in dem verschiedene Techniken moderner Lackmalerei präsentiert werden sollten. Aus Kostengründen wurde das Projekt nicht verwirklicht. Eine Rekonstruktion wurde 1987 im Düsseldorfer Kunstverein angefertigt, die aktuell im Von der Heydt-Museum gezeigt wird. Hier geht’s zum Video zum Aufbau des Lackkabinetts im Von der Heydt-Museum

Aufbau des Lackkabinetts im Von der Heydt-Museum

Döppersberg 24

Vom Frühjahr 1940 bis Herbst 1942 wohnte Oskar Schlemmer in einer kleinen Wohnung im Haus am Döppersberg 24 neben dem Maltechnikum. Nachdem u.a. sein Lackkabinett nicht verwirklicht wurde, wandte sich Schlemmer wieder intensiver seiner eigenen Malerei zu. Aus seinem Fenster am Döppersberg heraus malte er Wuppertaler Stadtansichten wie zum Beispiel den „Schwebebahnhof Kluse in Elberfeld“. Daneben entstanden Schlemmers Fensterbilder, eine Serie von Bildern, in denen Innenraumszenen von außen durch ein Fenster dargestellt werden. Die Figuren rücken in den Hintergrund, während die Komposition und Raumaufteilung wichtig wird. Schlemmer verließ Wuppertal im Jahr 1942 aus gesundheitlichen Gründen. Das Haus am Döppersberg wurde im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört.

Oskar Schlemmer am Döppersberg

Bildnachweise:

  1. Oskar Schlemmer, Am Fenster (Fensterbild IX), 1942, KMV im Von der Heydt-Museum Wuppertal
  2. Oskar Schlemmer, Schwebebahnhof Kluse in Elberfeld, 1941, KMV im Von der Heydt-Museum Wuppertal
  3. Oskar Schlemmer, Fensterdoppelbild, 1942, KMV im Von der Heydt-Museum Wuppertal
  4. Oskar Schlemmer, Wuppertal bei Nacht, Alte Freiheit, 1942, KMV im Von der Heydt-Museum Wuppertal
  5. Döppersberg 24, Stadtarchiv Wuppertal
  6. Illustration Döppersberg 24 heute

Hotel Kaiserhof

Seit 1870 befand sich neben dem Elberfelder Bahnhof ein Hotel. In den Jahren 1911 und 1912 erhielt das Hotel Kaiserhof einen repräsentativen Neubau im historistischen Stil. Bis zur Zerstörung 1943 während des Zweiten Weltkriegs galt der Kaiserhof als eines des besten Hotels Elberfelds. Auch Künstler des Wuppertaler Arbeitskreises um den Lackfabrikanten Kurt Herberts, die nicht im Bergischen Land wohnten, übernachteten regelmäßig hier. Willi Baumeister zum Beispiel wohnte in Stuttgart und kam zwischen 1937 und 1943 immer wieder für kurze Aufenthalte nach Wuppertal. Das Hotel Kaiserhof wurde wegen seiner Lage am Döppersberg, in der Nähe des Maltechnikums und der Wohnung Oskar Schlemmers, zu einem Treffpunkt des Wuppertaler Arbeitskreises. Von Ernst Oberhoff stammt auch der Entwurf der Merkur-Figur aus Metallstäben aus dem Jahr 1953, die an der gelben Fassade des Berufskollegs Elberfeld neben dem heutigen Hotel zu finden ist.




Altes Hotel Kaiserhof, Stadtarchiv Wuppertal

Lackballett

Franz Krause hatte bereits in den Jahren 1930 bis 1937 den Architekten Heinz Rasch beim Bau der Firmengebäude am Christbusch unterstützt. Anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Firma Herberts dachte sich Oskar Schlemmer in Anlehnung an sein berühmtes „Triadisches Ballett“ ein weiteres Tanzstück aus: Das „Lackballett“ war eine ca. dreiminütige Choreografie, bei der Frauen aus der firmeneigenen Gymnastikgruppe in Oskar Schlemmers Kostümentwürfen über die Bühne schritten. Er selbst nannte es in einem Brief an seine Frau übrigens ein „Ballettchen“. Einmalig aufgeführt wurde es im Rahmen des Firmenjubiläums 1941 im Barmer „Gesellschaftshaus Concordia“.

Figurine des Lackballetts, Von der Heydt-Museum

Villa Waldfrieden

Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg beauftragte Kurt Herberts den Architekten und Mitglied des Wuppertaler Arbeitskreises, Franz Krause, mit dem Bau seines Wohnhauses, nachdem das alte im Krieg zerstört worden war. Maßgebend für die Form des Hauses sollten Ideen einer organischen, intuitiven, Architektur des Wuppertaler Arbeitskreises sein. Zwischen 1947 und 1949 entstand die Villa Waldfrieden mit ungefähr 20 (!) Zimmern. Kurt Heberts lebte bis zu seinem Tod 1989 in der Villa. Seit 2006 ist sie in den Skulpturenpark des Künstlers Tony Cragg eingebunden, der die „Villa Waldfrieden“ umfassend saniert hat.

Bauhaus in Wuppertal

Else Lasker-Schüler hielt 1920 am neu gegründeten Bauhaus in Weimar eine Lesung. Oskar Schlemmer war zwischen 1920 und 1929 Lehrer am Bauhaus in Weimar und Dessau. Doch nicht nur Spuren bildender Künstler*innen des Bauhaus gibt es in Wuppertal, sondern auch vom Bauhaus inspirierte Architektur findet sich hier an vielen Ecken. Dies ist wörtlich gemeint, denn zwei Beispiele der „Bauhaushäuser“ liegen an Straßenecken in der Elberfelder Innenstadt.

Das Haus Fahrenkamp am Wall 15, gegenüber des Von der Heydt-Museums, wurde zwischen 1929 und 1930 aufwendig im Bauhausstil umgebaut. Die Düsseldorfer Architekten Emil Fahrenkamp und Georg Schäfer setzten Elemente des sogenannten „Neuen Bauens“ um: Das Gebäude wurde mit modernem Stahlbeton errichtet, hatte ein Flachdach und hob sich damit von den historischen Bauten in der Nachbarschaft deutlich ab. Die Fassade, die keine tragende Funktion mehr hatte, hat markante abgerundete Ecken und wird horizontal durch umlaufende Fensterbänder und Brüstungen gegliedert.

In der Herzogstraße 27 befindet sich das Becher-Haus, in dem heute die „Sparda-Bank“ zu finden ist. Es wurde in den 1950er-Jahren in Rückgriff auf Stilelemente des „Neuen Bauens“ errichtet. Der Architekt Hans Becher gestaltete die Fassade fast komplett aus Glas, das teilweise über mehrere Geschosse reicht. Dadurch wird das Gerüst aus Stahlbeton im Inneren sichtbar.

Else Lasker-Schüler


Else Lasker-Schüler, um 1932, Fotografie, Stadtbibliothek Wuppertal, Else-Lasker-Schüler-Archiv

Künstlerin, Avantgardistin, Wortakrobatin, Performance-Genie – wer war Else Lasker-Schüler?

Geboren wurde Elisabeth Schüler am 11. Februar 1869 als sechstes Kind einer jüdischen Familie in (Wuppertal-)Elberfeld. Bis zu ihrer Hochzeit mit dem Arzt Berthold Lasker lebte sie in Wuppertal, bevor sie Ende des 19. Jahrhunderts nach Berlin zog. Hier schloss sie sich – auch um ihrer unglücklichen Ehe zu entgehen - dem Künstlerkreis um Peter Hille an. In ihrem Atelier erhielt sie Zeichenunterricht, entwarf erste zeichnerische Kompositionen und experimentierte mit der Collagetechnik. Else Lasker-Schüler brachte am 24. August 1899 ihren Sohn Paul (gestorben 1927) zur Welt, dessen Vater sie nie bekannt geben wird.

Nach der Scheidung von Berthold Lasker im April 1903 heiratete sie noch im selben Jahr Georg Lewin (alias Herwarth Walden), den späteren Herausgeber und Galeristen des „Sturm“. Else Lasker-Schüler verkehrte in avantgardistischen Künstlerkreisen, lernte Vertreter*innen der „Brücke“ und des „Blauen Reiter“ kennen.

Neben ihrem schriftstellerischen Werk entwickelte sie ihre besondere Zeichenmalkunst; auch kolorierte sie von Hand Lithografien in ihrem Buch „Theben“ und entwickelte piktogrammartige Motive, die sie in ihre Schrift integrierte. Sie selbst verwandelte sich immer wieder in den Prinzen von Theben, trat kostümiert bei Lesungen auf und signierte Briefe und Zeichnungen als „Jussuf von Theben“.

Sie floh, nachdem sie bereits Opfer antisemitischer Verfolgung geworden war, und emigrierte 1933 in die Schweiz. Von hier aus unternahm sie mehrere Reisen nach Palästina, wurde jedoch 1939 an der Wieder-Einreise in die Schweiz gehindert und verbrachte daher ihre letzten Lebensjahre (unfreiwillig) im Exil in Palästina.

Meinwärts

Das Denkmal des Künstlers Stephan Huber wurde am 16. Juni 1989 eingeweiht. Inspiriert durch Else Lasker-Schülers Gedicht „Weltflucht“, entstand das Kunstwerk aus Granitstelen und Mosaiken. Als Vorbild für das Porträt diente eine Fotografie Else Lasker-Schülers von 1920.

Direkt gegenüber befindet sich seit September 2000 der Sitz der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft. Else Lasker-Schüler lebte im Jahre 1894 kurzzeitig mit ihrem ersten Mann, Berthold Lasker, in diesem Haus, bevor sie nach Berlin umzogen.

Gleich um die Ecke, in der Herzogstraße 29, standen das Bankhaus ihres Vaters, Aron Schüler, und ihr Geburtshaus. Hier befindet sich eine weitere Gedenktafel.

Weltflucht

Ich will in das Grenzenlose
Zu mir zurück,
Schon blüht die Herbstzeitlose
Meiner Seele,
Vielleicht – ist’s schon zu spät zurück!
O, ich sterbe unter Euch!
Da Ihr mich erstickt mit Euch.
Fäden möchte ich um mich ziehn –
Wirrwarr endend!
Beirrend,
Euch verwirrend,
Um zu entfliehn
Meinwärts!


Stephan Huber, Denkmal Else Lasker-Schüler, 1989

Heimat

Bis zu ihrer (ersten) Heirat 1894 lebte Else Lasker-Schüler mit ihrer Familie in einem Haus an der Sadowastraße 7. Damals wie heute führt diese steile Straße hinauf zum Nützenberg, wo der Weyerbuschturm steht. Allerdings standen zu Else Lasker-Schülers Lebzeiten wesentlich weniger Häuser in der Straße und der Nützenberg wurde noch landwirtschaftlich genutzt. Der Nützenberg entstand in den 1870er-Jahren als erster Park des Elberfelder Verschönerungsvereins, unter Vorsitz von August Von der Heydt.

Wir wohnten am Fuße des Hügels.
Steilauf ging’s von dort in den Wald.
Wer ein rotes, springendes Herz hatte,
war in fünf Minuten bei den Beeren.

Ich muß an alles denken und stehe plötzlich
Wie hingehext vor meinem Elternhaus;
Unser langer Turm hat mich gestern
schon ankommen sehen;
Ich fall ihm um den Hals
wahrhaftig.

Auf einmal bin ich das kleine Mädchen,
das immer rote Kleider trägt.
Fremd fühle ich mich in den hellen Kleidern
Unter den anderen Kindern,
aber ich liebe die Stadt, weil ich sie
vom Schoß meiner Mutter aus sah.
Zitat aus Konzert. Essays und Gedichte. Rowohlt, Berlin 1932.

Lieber blauer Reiter

„Mein lieber, wundervoller blauer Reiter…“

Mit diesen Worten beginnt eine der vielen Postkarten, die Else Lasker-Schüler an Franz Marc schrieb. Sie verabschiedet sich oft als „Ihr Prinz von Theben“.

Angeregt durch Else Lasker-Schülers Gedicht „Versöhnung“, das in der „Sturm“-Zeitschrift veröffentlicht wurde, entwarf Franz Marc einen Holzschnitt, der auf dem Titel erschien. Dies war der Auftakt einer intensiven (Brief-)Freundschaft zwischen Else Lasker-Schüler und Franz und Maria Marc. Auf vielen Postkarten finden sich Illustrationen Franz Marcs, der auch die Motive aus Else Lasker-Schülers Gedichten und Erzählungen in Bilder verwandelte. 1913 war es dann auch Franz Marc, der eine Kunst-Auktion zugunsten Else Lasker-Schülers organisierte, um der in Geldnot geratenen Freundin zu helfen.

Franz Marc lebte 1911 kurzzeitig im Rheinland (genauer in Bonn), wo er im Atelier seines Freundes August Macke das Bild der „Blaue Fuchs“ malte. Kurz nach seiner Entstehung schenkte er dieses Bild Richart Reiche, dem damaligen Direktor des Barmer Kunstvereins. Die Farben im Bild haben symbolhaften Charakter – genau wie in der Dichtung von Else Lasker-Schüler!

Brief Else Lasker-Schülers an Franz Marc (Berlin, 3. Januar 1913)
Franz Marc, Blauer Fuchs, 1911, Von der Heydt-Museum Wuppertal

Die Wupper

„Ich bin verliebt in meine Stadt und bin stolz auf meine Schwebebahn, ein Eisengewinde, ein stahlharter Drachen, wendet und legt sich mit vielen Bahnhofköpfen und sprühenden Augen über den schwarzgefärbten Fluss. Immer fliegt mit Tausendgetöse das Bahnschiff durch die Lüfte über das Wasser auf schweren Ringfüßen durch Elberfeld, weiter über Barmen.“ (Else Lasker-Schüler 1908)

Die Wupper wurde für Else Lasker-Schüler zur Inspiration. Sie arbeitete seit 1908 an einem Schauspiel in fünf Szenen mit dem Namen „Die Wupper“, das 1909 als Text veröffentlicht und 1919 schließlich am Deutschen Theater in Berlin uraufgeführt wurde. „Die Wupper“ ist ein Sozialdrama, das u. a. die gesellschaftlichen Unterschiede zwischen Fabrikbesitzern und Arbeitern thematisiert. Die Wuppertaler Heimat bildete für Else Lasker-Schüler den Hintergrund für ihr Bühnenstück.




Konzept und Texte: Kunstvermittlung Von der Heydt-Museum
Karolina Bürger, Henrike Stein
Alle Zeichnungen: Christiane Thomas
© Von der Heydt-Museum Wuppertal